Magnetresonanztomographie (MRT)
Was ist eine Magnetresonanztomographie?
Die Magnetresonanztomographie (Abkürzung MRT) ist ein diagnostisches Verfahren, welches detaillierte Schnittbilder des menschlichen Körpers erstellt. Man bezeichnet das Verfahren auch synonym als Kernspintomographie. Es ist vor allem zur Darstellung des Weichteilgewebes im Körper geeignet. Hierbei werden keine Röntgenstrahlen eingesetzt, sondern Magnetfelder und Radiowellen.
Ablauf der MRT-Untersuchung / Kernspintomographie
Der Kernspintomograph besteht aus einer etwa 1 Meter langen Röhre (Durchmesser 60 cm), in der sich ein starkes, für den Menschen völlig ungefährliches Magnetfeld befindet. Bei der MRT-Untersuchung liegen Sie auf einer Patientenliege. Sie werden langsam in das ringförmige Gerät gefahren, so dass sich der zu untersuchende Körperbereich in der Röhrenmitte befindet. Das Gerät ist vorn und hinten offen.
Während der Untersuchung hält das medizinische Personal Sprech- und Blickkontakt mit Ihnen und sorgt dafür, dass Sie sich entspannt und sicher fühlen. Für eine gute Bildqualität sollten Sie möglichst ruhig liegen. Die an- und abschaltenden Magnetfelder erzeugen laute Klopfgeräusche, darum bekommen Sie von uns einen Gehörschutz in Form eines Kopfhörers oder von Ohrenstöpseln.
Die gesamte Untersuchung dauert je nach Körperregion meistens ca. 15 – 25 Minuten. Schädigende Wirkungen am Menschen, auch an ungeborenen Kindern, sind durch Kernspintomographie-Untersuchungen nicht bekannt.
Einsatzgebiete der Kernspintomographie (MRT)
In unserer Praxis setzen wir die MRT ein zur Untersuchung von
- Kopf, Gehirn, Rückenmark (MRT Kopf / Schädel, MRT Neurocranium, MRT Myelon)
- Halsweichteilen (MRT Hals)
- Blutgefäßen (MR Angiographie)
- Wirbelsäule (MRT Lendenwirbelsäule / LWS, MRT Brustwirbelsäule / BWS, MRT Halswirbelsäule / HWS, MRT ISG / Sakroiliakalgelenk)
- Gelenke, Muskeln, Bänder, Knorpel (MRT Schulter / MRT Ellenbogen / MRT Hand / MRT Hüfte + Becken / MRT Knie / MRT OSG / MRT Fuß)
- inneren Organen (MRT Thorax/ Abdomen/ Becken)
- weibliche Brust (Mamma MRT)
- Nieren und Harnwege (MRT Abdomen / Becken inkl. MR Urographie)
Die häufigsten Einsatzgebiete der Magnetresonanztomographie (MRT) sind Untersuchungen von Kopf, Wirbelsäule, Bauchraum und Gelenken. Aber auch Untersuchungen nahezu aller übrigen Körperteile und Organe wie z. B. die Kernspintomographie der weiblichen Brust werden immer häufiger aufgrund vielfältiger Vorteile durchgeführt. Die MRT ist bei vielen diagnostischen Fragestellungen hilfreich, Veränderungen und Erkrankungen können so frühzeitig erkannt werden.
Neben Routineuntersuchungen sind auch Spezialuntersuchungen wie die Darstellung der Becken- und Beinarterien, Ganzkörperdarstellung und Prostata MRT möglich.
Was ist zu beachten?
Kontraindikationen
Die meisten Herzschrittmacher, einige ältere Modelle der künstlichen Herzklappen und einige elektronische Implantate des Innenohres sind nicht MRT-tauglich. Bitte bringen Sie den entsprechenden Implantat-Ausweis mit. Auch Patienten mit Granatsplitterverletzungen und Stent-Prothesen sollten sich vorher über die Durchführbarkeit der Untersuchung bei uns informieren lassen.
Klaustrophobie („Platzangst“)
Falls Sie unter Klaustrophobie („Platzangst“) leiden, sagen Sie uns dies bitte schon bei der Terminabsprache.
Es besteht die Möglichkeit, ggf. vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel zu verabreichen. In diesem Fall gilt allerdings zu beachten, dass Sie eine Begleitperson mitbringen müssen und Sie im Anschluss an die Untersuchung für 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen (z. B. Autofahren oder Fahrradfahren) oder Maschinen bedienen dürfen.
Im Rahmen eines Pilotprojektes bieten wir Ihnen in Kooperation mit Mindbalance-Coaching Dorothea Grunert im Vorfeld Ihrer Untersuchung auch die Möglichkeit einer Hypnose zur Angstbewältigung an. Weitere Information und Kontaktdaten finden Sie auf unserer Homepage in der Kategorie „Aktuelles | Aktuelle News“ oder direkt unter www.mindbalance-coaching.de.
Kontrastmittel
Für verschiedene Fragestellungen ist es nötig, ein spezielles MRT-Kontrastmittel in die Armvene zu spritzen. Dieses Kontrastmittel unterscheidet sich grundlegend vom jodhaltigen CT-Kontrastmittel und ist gut verträglich, gravierende allergische Reaktionen sind außerordentlich selten. Das Kernspinkontrastmittel kann auch bei Schilddrüsenüberfunktion, einer geringgradigen Nierenfunktionseinschränkung und einer Allergie gegen jodhaltiges Kontrastmittel eingesetzt werden.
Zuletzt in der Presse verbreitete Meldungen über „Kontrastmittelablagerungen im Gehirn“ haben vielfach zu Verunsicherung bei Patienten und kritischen Nachfragen geführt. Schon seit etwa 2014 ist bekannt, dass Gadolinium als Ablagerung in verschiedenen Regionen des Gehirns nachweisbar ist. Diese Anreicherungen wurden vor allem bei Patienten beobachtet, die bei Tumorleiden oder entzündlichen Erkrankungen wiederholt sehr häufig Kontrastmittel in kurzen Abständen erhielten. Der derzeitige wissenschaftlichen Erkenntnisstand zeigt zusammenfassend, dass diese Ablagerungen keine Erkrankungen oder Symptome verursachen. Der untersuchende Radiologe wird, unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Krankengeschichte, die sichere Auswahl des geeigneten Präparates treffen.
Zudem befolgen wir zu Ihrer Sicherheit folgende Grundsätze:
- Der Einsatz erfolgt nur nach sorgfältiger Abwägung, ob sich durch das Kontrastmittel zusätzliche wichtige Informationen gewinnen lassen.
- Es wird grundsätzlich die geringste notwendige Menge eines Kontrastmittels verabreicht.
- Die Kontrastmittelgabe erfolgt unter Berücksichtigung ihrer individuell bestehenden Risikofaktoren. (Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus oder Allergien)
- Alle verwendeten Kontrastmittel sind nach internationalen und deutschen Richtlinien überprüft und als Arzneimittel zugelassen.
Schwangerschaft
Die Kernspintomographie kann auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Erst jüngst hat eine amerikanische Studie nachgewiesen, dass keine nachteiligen Folgen für das ungeborene Kind zu erwarten sind (JAMA 2016; 316: 952-961). Jedoch muss in Betracht gezogen werden, dass die erhebliche Lärmbelästigung eine Stresssituation für den Fötus darstellt. Von der Verwendung von gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln wird abgeraten.
Voraufnahmen und Vorbefunde
Wir freuen uns immer auf die Vorlage von Voruntersuchungen. Der Vergleich mit älteren Aufnahmen hilft sehr bei richtiger Diagnosestellung und Verlaufsbeurteilung.
Bitte bringen Sie daher sämtliche externen Voruntersuchungen auf CD und externe Befundberichte / Arztbriefe zu Ihrem aktuellen Termin mit.
Für weitere Einzelheiten und Terminabsprachen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.
